OpenOffice.org: Projekt Renaissance

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Nachdem Microsoft mit dem Ribbon in Office 2007 bezüglich Usability vorgelegt hat, ist es höchste Zeit für die freie Alternative nachzuziehen. Mit OOo4Kids gibt es schon erste Ansätze für ein kinderleichtes Office-Paket. Aber auch OpenOffice.org ist sich der Tatsache bewusst, dass es benutzerfreundlicher werden muss.

Dafür wurde bereits im November 2008 das Projekt Renaissance gegründet, mit der Vision eine Benutzeroberfläche zu erstellen, die der Benutzer aus Leidenschaft wählt:

“Create a User Interface so that OpenOffice.org becomes the users’ choice not only out of need, but also out of desire”

Diese Aussage ist erst einmal sehr schwammig. Wenn man sich die drei Phasen des Projekts anschaut, wird aber klar, dass es sich um ein langfristiges Projekt handelt:

  • Forschung
  • Design
  • Evaluierung

Diesen wissenschaftlichen Ansatz finde ich sehr sinnvoll, zeigt er doch, dass das Thema ernst genommen wird und die Usability fundiert verbessert werden soll. Und hierbei steht nunmal der Benutzer im Mittelpunkt. Um kurz zu Word 2007 zurückzukommen: das Ribbon hat das Auffinden von Funktionen im Vergleich zu vorherigen Versionen meiner Meinung nach verbessert. Aber noch immer bin ich auf Forenbeiträge, etc. angewiesen, wenn ich eine Funktion nicht finden kann. Eine Suche mit Google führt in diesem Fall erfahrungsgemäß schneller ans Ziel als die Hilfe-Funktion. Das Ribbon kann also nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Laut einer Analyse von Webmasterpro hat OpenOffice.org (OOo) bereits einen Marktanteil von 22 Prozent in Deutschland. Eine revolutionäre Benutzerführung könnte diesen Anteil – zumindest bei den Privatanwendern – vermutlich steigern.

An diesem ehrgeizigen Projekt arbeiten acht Leute, die sich zur Zeit hauptsächlich mit Impress beschäftigen. Dessen neue Oberfläche soll in OOo Version 3.3 integriert werden. Die erste Phase scheint also bereits brauchbare Ergebnisse gebracht zu haben. Es gab mehrere Umfragen mit dem Ziel, die Benutzer kennen zu lernen und herauszufinden, wie sie mit OOo arbeiten. Wichtig ist auch das das User Feedback-Programm, das bei der Benutzung von OOo anonyme Daten sammelt und verschickt. Die Einstellung hierfür kann man im beim zweiten Programmstart automatisch erscheinenden Dialog tätigen.

In Phase 2 werden die gesammelten Daten analysiert und anhand der Ergebnisse Szenarien erstellt. Von den vielen Designvorschläge kann man sich hier eine Auswahl anschauen.

Für die letzte Phase ist ein iterativer Prozess geplant, in dem das Feedback wieder in die Entwicklung zurückfließen soll. Hierfür wird es bestimmt weitere Umfragen und Studien geben. Davon abgesehen dass ich gespannt darauf bin zu sehen, wie sich die Oberfläche entwickelt, ist diese Phase besonders interessant. Hier wird sich entscheiden, ob man sich der Vision genähert hat.

Wer mithelfen möchte, kann auf dieser Wikiseite Mitglied des Projekt-Teams werden. Eine weitere Möglichkeit sich einzubringen, ist die Teilnahme an dieser Umfrage.

Um auf dem Laufenden zu bleiben lohnt sich außer einem gelegentlichen Blick auf die Wikiseiten das Abonnement des User Experience-Blogs.

Der letzte Hinweis gehört den FAQ, wo unter anderem beantwortet wird, warum nicht einfach das Office 2007 Ribbon kopiert wird.

Mittlerweile gibt es übrigens schon OOo 3.2 (neue Features). Ich würde mit dem Update allerdings noch warten, bis es im Personal Package Archive (PPA) verfügbar ist.

5 Antworten zu “OpenOffice.org: Projekt Renaissance”

  1. textamoebe textamoebe sagt:

    >Von den vielen Designvorschläge kann man sich hier eine Auswahl anschauen.

    Oder am besten gleich den Prototyp anschauen ;-)
    http://tools.services.openoffice.org/impressprototype/impressprototype.jnlp

    Kann man einfach starten wenn (Sun) Java installiert ist. (Java Webstart)

    Zum auf dem Laufenden bleiben ist auch die Projektseite gut geeignet ;-)
    http://wiki.services.openoffice.org/wiki/Renaissance
    http://wiki.services.openoffice.org/wiki/Renaissance:Prototyping

    Sonst gut recherchiert =)

  2. Jack aSs Jack aSs sagt:

    MS Office 2007 im gleichen Satz mit Usability zu erwähnen ist mutig.. ich hab 15 Minuten gesucht um den “Drucken”-Button zu finden.. und am Ende hab ich ihn doch nur durch das Hilfe Menü gefunden.. sehr intuitiv! Und ich saß nicht mal allein vor dem PC.. ein Komilitone saß neben mir und hatte auch keine Ahnung.. der “Office-Button” sah eben eher nach Verzierung, als nach Bedienelement aus..

    Firefox hat vorgemacht, dass qualitativ hochwertige Open Source Software sehr wohl Microsofts Markennamen den Rang ablaufen kann. Wenn Open Office seine Arbeit gut macht, gehts mit MS Office bergab, da zweifle ich nicht dran.

    • Bugie Bugie sagt:

      Ich habe nie behauptet dass ich nicht mutig wäre. :-) Aber ich schreibe ja auch OOo in den gleichen Artikel, in dem es um Usability geht. Dass keines der beiden Produkte intuitiv ist, sollte deutlich geworden sein. Wenn nicht habe ich das jetzt gesagt. ;-)

      Prinzipiell sind beide Produkte meilenweit von guter Benutzbarkeit entfernt. Dass der M$ Office-Button zum Anklicken ist hat mich auch etwas Zeit gekostet. Ich sage nur, dass Office 2007 momentan die Nase etwas vorn hat. Natürlich hoffe auch ich darauf, dass OOo innovative Lösungen.

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