Neuseeland #45: Kauri

Hokianga Harbour

Wir brechen auf zur letzten Etappe vor Raglan. Entlang der Westküste fahren wir zu den kolossalen Kauri-Bäumen. Unterwegs halten wir kurz am »Hokianga Harbour Lookout«, laufen bis zum Felsvorsprung und genießen die Aussicht.
Die Felsen fallen ab bis zu einem einsamen Sandstrand. Abgeschottet durch die grünen Manuka-Bäume lassen wir unsere Blicke über die idyllische Landschaft schweifen. Hinter dem türkisfarbenen Wasser begrenzen riesige Sanddünen den Naturhafen. Wir haben wieder einen Ort gefunden, der die verschiedensten Dinge zugleich bietet.

Um das nächste Ziel zu erreichen, müssen wir einen Umweg fahren. Der direkte Weg ist nur per Fähre machbar. Aber bald schon sehen wir den ersten Wald, in dem die Kauris gegen das Abholzen geschützt wurden. Heute stehen hier die größten und ältesten lebenden Exemplare. Ihre Wurzeln sind so empfindlich, dass fast alle Wege mit Holzstegen versehen wurden. Ein weiteres Problem ist der Kauri-Pilz, der die Bäume angreift und tötet. Beim Betreten des Waldes müssen wir deshalb unsere Schuhe abputzen und desinfizieren. Natur ist sehr zerbrechlich.

Als Erstes werfen wir einen Blick auf den »Tane Mahuta«, den Gott des Waldes. Es ist der höchste noch lebende Kauri-Baum und um die 2000 Jahre alt. Weiter geht es den Big-Kauri-Walk entlang und plötzlich stehen wir vor einem Exemplar, so mächtig wie eine Felswand. »Te Matua Ngahere« oder »Vater des Waldes« ist mit 16,41 Meter Stammumfang Rekordhalter. Unterwegs treffen wir auf ein älteres, amerikanisches Paar, das keinerlei Vorstellung hat, wie viel das ist. Wir rätseln zusammen. Es sind circa 53 Fuß.

Den Abschluss bilden die vier Schwestern, eine Baumgruppe, die aussieht, als besäße sie eine große, gemeinsame Wurzel. Danach laufen wir zurück zum Auto und machen wir uns auf nach Dargaville
Dort angekommen stellen wir fest, dass die Stadt nicht sehr reizvoll ist. Wir entscheiden uns, bis Auckland durchzufahren. Dies bedeutet zwei weitere Stunden auf der Straße – macht in Summe fünf.

Autofahren in Auckland ist in etwa so, wie man sich das in einer Großstadt vorstellt. Obwohl man sich schon in der Stadt befindet, fährt man noch ewig herum. Immerhin werden wir durch freundliche Hupkonzerte begrüßt, wenn wir mal wieder nicht genau wissen, wo es langgeht. Zum ersten Mal freuen wir uns auf zu Hause und auf ein Ende der langen Fahrerei.
Letztendlich finden wir aber ein hübsches Motel. Nach dem Einchecken fahren wir zurück zu einer Straße, in der wir ein paar Restaurants gesehen hatten. In einem irischen Pub genießen wir das Abendessen, bevor es am nächsten Tag weitergeht zur letzten Station.

Hokianga Harbour

Hokianga Harbour

Hokianga Harbour

Tane Mahuta Tane Mahuta

Te Matua Ngahere

IMG_8058 Four Sisters