Neuseeland #44: Cape Reinga

Cape Reinga

Von Russel aus geht es auf der Straße 10 vorbei an Doubtless Bay und Cable Bay nach Kaitaia. Hier finden wir die günstigste Unterkunft unseres gesamten Aufenthalts… das Zimmer ist zwar ziemlich abgewohnt und im Gang tropft es aus der Decke, aber es wir schon gehen. Heute Abend wollen wird rauf nach Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt Neuseelands.

Da wir so früh hier sind, möchten wir mal die günstigeren Lunch-Preise in den Restaurants nutzen. Sonst war Lunch immer bis 16 oder 17 Uhr. Jetzt ist es kurz nach drei und in den wenigen Cafés hier ist Lunch nur bis drei. Es gibt also außer beim KFC nichts zu essen und dort finden wir dann auch noch die schlechtesten Pommes in ganz Neuseeland.

Wir lassen uns die Stimmung aber nicht vermiesen, weil wir uns so auf Cape Reinga und den Leuchtturm freuen. Auch hier nochmal danke an Pepper, die uns gesagt hat, dass sich die Fahrt da hinauf absolut lohnt. Wir fahren abends, weil wir gerne den Sonnentuntergang am nördlichsten Punkt sehen wollen. Naja, es ist nicht wirklich der nördlichste Punkt. Es geht noch etwas nördlicher, aber das Land weiter im Osten ist Maori-Gebiet und da darf keiner hin. Deshalb ist Cape Reinga der nördlichste, für Touristen zugängliche Punkt.

Die einsame Straße in der Mitte der Landzunge bringt uns durch eine tolle Landschaft. Es gibt noch eine alternative Route über den Ninety Mile Beach, dazu muss man jedoch durch den Sand fahren und das ist mit dem Mietwagen verboten. Wir machen aber einen Abstecher zu den großen Sanddünen, die vom Strand ca. drei Kilometer ins Land hinein ragen. Hier sieht es plötzlich aus, als wären wir in der Wüste gelandet. Wir steigen aus und spazieren ein bisschen durch den Sand. Es liegen ein paar verlassene Schuhe herum. Die Besitzer vergnügen sich wahrscheinlich beim Sandboarden in den Dünen.

Als wir am Cape ankommen befindet sich lediglich ein Camper auf dem Parkplatz. Wir wandern zum Leuchtturm und müssen diesen nur mit drei jungen Deutschen teilen. Wieder bewahrheitet sich unser Tipp: Abends zu den Attraktionen fahren, dann kann man Fotos ohne Menschenmassen machen.

Die Maori glauben, dass die Seelen der Verstorbenen von diesem Punkt ins Jenseits aufbrechen. Hier treffen der Pazifik und das tasmanische Meer aufeinander. Wir dachten, dass sich das Wasser halt irgendwie mischen wird. Tatsächlich kommen die Wellen aber aus beiden Richtungen und treffen vor der Küste dann aufeinander. Für die Maori symoblisiert dies das Zusammentreffen von Mann und Frau und die Entstehung neuen Lebens.

Der Sonnenuntergang ist leider auf der falschen Seite und es sind auch zu viele Wolken am Himmel. Trotzdem ist das Licht schön und bei einbrechender Dunkelheit machen wir uns auf den Rückweg.

Plötzlich springt ein Kaninchen auf die Straße und schaut uns mit großen Augen an. Da keiner sonst auf der Straße ist, können wir bremsen. Anstatt von der Straße zu springen, rennt das Kaninchen in unserem Lichtkegel die Straße entlang. Jetzt macht es auch Sinn, warum hier so viele Tiere überfahren werden. Die haben sich einfach noch immer nicht an Autos gewöhnt und hüpfen arglos auf die Straße. Auch den Igel und die zwei Possums überfahren wir nicht. Possums sind ja in lebendigem Zustand wirklich putzige Fellknäuel. Und nicht zu verwechseln mit Opossums! Hunde laufen hier bei Dunkelheit frei rum (Kiwis scheint es hier wohl nicht zu geben) und Katzen sitzen nachts gerne mal mitten auf der Straße.

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Street

Dune

Dune

Dune

Dune

Cape Reinga

Cape Reinga

Cape Reinga

Cape Reinga

Cape Reinga

Cape Reinga

Lighthouse #2 Cape Reinga

Cape Reinga

Cape Reinga

Cape Reinga