Neuseeland #42: Kerikeri

Idyllic

Der Aufenthalt in Whangarei nimmt sein Ende und wir fahren weiter Richtung Norden nach Kerikeri. Die 85 Kilometer schafft man locker in anderthalb Stunden, deshalb gehen wir es gemütlich an und genießen die Landschaft. Unterwegs halten wir an einer Toilette in Kawakawa an, obwohl wir überhaupt nicht müssen. In dieser Stadt verbrachte aber Friedensreich Hundertwasser seinen Lebensabend. Und so schießen auch wir Fotos von Neuseelands meist-abgelichtetem stillen Örtchen. Wir wundern uns noch kurz über die Eisenbahn, die mitten durch den Ort fährt, machen uns dann doch schnell wieder auf den Weg.
Das Motel ist bereits gebucht, und als wir ankommen, überrascht uns eine weitläufige Anlage mit Garten und Pool. Eine eigene Terrasse mit Blick auf einen Rasen mit Vögeln und Palmen gehört zum Zimmer. Wir beschließen, sie zu nutzen und abends etwas zu Essen vom Take-Away zu holen.

Kerikeri, eine der ältesten Siedlungen Neuseelands, entstand aus einer Missionsstation und wird oft als »Wiege der Nation« bezeichnet. Alt bedeutet auf dieser Seite der Welt: 1814. Gleich nebenan steht auch das erste Steinhaus »Stone-Store« aus dem Jahr 1822, das lange Zeit als Laden für allerlei Dinge diente und heute ein Museum mit zugehörigem Shop beherbergt. Die Spitze eines kleinen Hügels wird von einer Holzkirche geziert und der Weg führt an wunderschönen blühenden Pflanzen vorbei. Im Gegensatz zur Stadt ist die historische Gegend, die etwas außerhalb liegt, äußerst anschaulich. Deshalb entstehen die meisten meiner Fotos an diesem Tag hier.

Morgen wollen wir mit einem Boot auf Delfin-Tour gehen, aber das Wetter soll schlechter werden. Weil die Wettervorhersage extrem unzuverlässig ist – was uns auch von den Kiwis bestätigt wurde – buchen wir online und fahren direkt nach Paihia, um abzuklären, was bei einem Sturm ist. Die Frau dort glaubt der Vorhersage genauso wenig wie wir. Wenn die Tour nicht stattfindet, wird das Geld erstattet, und sind keine Delfine zu sehen, bekommt man ein »Go-Again-Ticket«. Das beruhigt uns. Auf dem Rückweg holen wir Essen im Thai-indischen Take-Away und genießen es auf der Terrasse.

Als wir am nächsten Morgen die Augen aufschlagen, regnet es in Strömen.Wir machen uns wieder auf den Weg nach Paihia und erfahren erstaunlicherweise, dass die Tour stattfindet. Allerdings verspüren wir wenig Lust auf eine Bootsfahrt im Regen und lassen uns das Geld wiedergeben. Also doch keine Delfine. Das Örtchen Russel auf der anderen Seite der Bucht lockt uns bei dem Wetter auch nicht. So fahren wir zurück, setzen uns erstmal in den McDonald’s, um einen Plan zu machen und bestellen Kaffee und Muffins.

Tipp: Bei McDonald’s Muffins mit Butter bestellen. Kein Mensch mag Butter auf diese fettigen Zuckerbomben streichen. Aber man bekommt kleine Portionspackungen für das nächste Frühstück.

Die Sehenswürdigkeiten, bei denen man nicht nass wird, halten sich in Grenzen. Die hiesige Schokoladenfabrik besteht aus einem Verkaufsraum mit Blick in die Küche, in der vier Frauen Pralinen rollen. Da ist die Kauri-Werkstatt ein Gebäude weiter viel interessanter. Wir kaufen Souvenirs aus dem schönen, alten Holz und wundern uns, dass die seltenen Bäume nach wie vor verarbeitet werden. Wir erfahren, dass ausschließlich das Fällen kranker Kauris erlaubt ist, oder wenn die Maori einen Stamm für Rituale benötigen. Letzteres kommt so gut wie nicht mehr vor. Eine Kauri-Quelle gibt es aber doch noch. Die hier genutzten Bäume starben bereits vor Ewigkeiten. Manche gar schon vor 42.000 Jahren. Der saure Boden konservierte sie und macht einen Abbau heutzutage möglich.

Den Nachmittag bringen wir im Motel zu, lesen, spielen und planen die übrige Zeit. Immerhin rettet das leckere orientalische Abendessen im Café Jerusalem so ein bisschen den Tag.

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