Neuseeland #36: Hobbiton

Hobbiton

Ist man unterwegs in Mittelerde, gehört ein Abstecher nach Hobbiton zum Pflichtprogramm. Für uns bedeutet dies: aufstehen um sieben Uhr, damit wir rechtzeitig zur ersten Tour um 9:30 Uhr bei der Farm sind. Mit gewohnter deutscher Pünktlichkeit kommen wir eine gute Stunde zu früh an und warten, bis die Pforten öffnen. Eine halbe Stunde später sitzen wir nicht mehr ganz so einsam auf den Bänken, die nächsten beiden Besucher erscheinen. Dann füllt sich der Platz aber sehr schnell und los geht es mit dem Bus zum Filmset.

Die kurze Fahrt endet vor dem Durchgang, den Gandalf mit Frodo auf dem Karren passierte. Um den Größenunterschied im Film zu verdeutlichen, saß Gandalf beim Dreh drei Meter vor Frodo. Unsere Gruppe nimmt denselben Weg, der zu einer von 44 Hobbit-Höhlen führt. Der Tourguide beginnt hier mit den ersten Erläuterungen, zum Beispiel, dass die Höhlen in verschiedenen Größen gebaut wurden, um die Unterschiede herauszustellen. So erscheint Gandalf vor der 60%-Variante riesig, während Frodo vor einer 120-prozentigen entsprechend klein aussieht.

Vier Gärtner pflegen die Gartenanlage, die weitestgehend aus echten Pflanzen besteht. Das Moos an den Zäunen wurde aus Holzspänen, Farbe und Joghurt gefertigt. Stellenweise wirkt die Liebe zum Detail fast übertrieben. So spielt eines Szene im Buch unter Pflaumenbäumen. Hier wachsen allerdings nur Äpfel und Birnen. Dieses Dilemma umging man kurzerhand, indem man künstliche Pflaumen aufhing. Ihr Auftritt dauerte im Film circa eine Sekunde.
Der Baum auf Bilbos Höhle ist der einzige falsche in der kompletten Anlage. Die Stahlkonstruktion mit Silikon trägt rund 200.000 handbemalte Blätter. Während der Dreharbeiten entschied Peter Jackson, dass die Farbe nicht stimmt. So hing man alle Blätter wieder ab und bemalte sie im korrekten Grünton.

Der Ort wurde vom Regisseur selbst ausgewählt, weil von hier aus keinerlei Zivilisation zu sehen ist. Auch der kolossale Baum, unter dem Bilbos Geburtstagsfest stattfand, stand bereits. Allerdings musste der Sumpf trockengelegt und der Boden um 50 Zentimeter erhöht werden. Ein weiterer Makel ist die Tatsache, dass an der Stelle, an der im Film die Sonne untergeht, Sonnenaufgang ist. Aber man drehte einfach am Morgen und lies die Szene rückwärts ablaufen.
Von den 16.000 Schafen dieser Schaf- und Rinderfarm, die übrigens Neuseelands größte ist, schaffte es leider kein Einziges in den Film. Sie alle sahen Peter Jackson zu modern aus, weshalb man zotteligere aus England einflog.

Als wir beim Grünen Drachen ankommen, freuen wir uns, dass wir an der ersten Führung am heutigen Tag teilnehmen. Unzählige Menschengrüppchen übersäen die hügelige Landschaft und verhindern so vermutlich viele der Fotos, die wir schießen konnten.
Wir genießen zum Abschluss noch ein Gingerbeer im behaglichen Wirtshaus. Mit seiner detailreichen Einrichtung steht es der restlichen Anlage in nichts nach. Dann machen wir uns auf den Weg zur Halbinsel Coromandel

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