Neuseeland #19: Kawarau Bungy Bridge

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Wie versprochen kommt jetzt endlich das „Queenstown-Abenteuer“. Die Kawarau Bungy Bridge liegt zwischen Arrowtown und Cromwell und bei dem kurzen Stopp hier entschließe ich mich, entgegen meiner ursprünglichen Absicht, doch zu springen.

Ich wollte ja nie Bungee springen, weil ich so Angst vor dem Aufdopsen im Seil hatte. Als wir aber vor der Brücke stehen und ich den Springern zusehe will ich plötzlich doch ganz dringend springen. Florian redet mir noch ein bisschen gut zu und wo wenn nicht hier (auf der Brücke auf der das erste kommerzielle Bungee Jumping von A.J. Hackett angeboten wurde) sollte man sonst springen? Für diesen Tag ist leider alles ausgebucht, also bekomme ich einen Termin für den nächsten Morgen um 9:00 Uhr. Das passt auch, da wir von Arrowtown eh hier vorbei kommen und sowieso früh los wollen.

Dank deutscher Pünktlichkeit und weil ich doch ein bisschen aufgeregt bin, sind wir schon um zwanzig vor neun da…die Angestellten leider nicht. Die kommen erst kurz nach uns mit einem Bus aus Queenstown. Drei deutsche Männer sollen ungefähr zeitgleich mit mir springen. Ich bin aber laut dem Typen, der mich anschnallt die Gewinnerin und darf heute als allererste springen. Beim einchecken wird man zwei Mal gewogen, damit da auch nichts schief geht mit dem Seil. Und damit das Gewicht wirklich klar ist, kommt es auf den Sprungzettel und auf meine linke Hand. Auf die Rechte bekomme ich noch meine Nummer, mit der ich später meine Fotos und das Video abholen kann.

Auf der Brücke angekommen, schlüpfe ich in den Gurt und dann werden meine Füße am Seil festgemacht. Ich dachte ja immer, das seien irgendwie so fertige Gurte, die da drum kommen. Aber nein, es handelt sich um ein dickes Frottee-Handtuch und zwei Gurte, die da drum gebunden werden. Das Seil wird zusätzlich noch an dem Sitzgurt festgemacht. Dann geht es raus auf die kleine Plattform. Ich frage noch, ob man denn kopfvor oder mit den Füßen zuerst springt (gestern sind irgendwie alle mit den Füßen zuerst gesprungen) und der Mann teilt mir mit, das Füße vor zwar geht, aber es cooler ist, wenn man kopfvor springt. Also will ich das versuchen. Noch zwei Mal in die Kamera winken und dann geht es los. Ich springe und es ist ein bisschen wie absolute Freiheit. Der Absprung war gar kein Problem, ich hatte mir das schwieriger vorgestellt.

Nach ein paar Sekunden ist alles vorbei und ich bin ausgebaumelt. Das Aufdopsen im Seil war überhaupt nicht schlimm. Ich habe es kaum gespürt. Jetzt muss ich die Stange zu fassen kriegen, die mir die zwei Männer im Boot unten hinhalten. Dann ziehen sie mich ins Boot und schnallen mich ab. Der Lieblingsspruch der Bungee-Angestellten scheint „Hey, du lebst ja noch“ zu sein. Ich hatte aber nie Zweifel daran, dass ich nicht mehr leben könnte. Sonst wäre ich sicher nicht gesprungen.

Drinnen können wir uns das Video von meinem Sprung anschauen und wir kaufen es dann auch. Man muss das ja festhalten und allen zu Hause zeigen. Das Video ist auch echt gut. Die nehmen das mit drei oder vier Kameras auf und schneiden es dann sofort in einem eigenen Schneideraum zusammen. Fotos könnten wir auch haben, aber das Video ist besser. Ein T-Shirt mit der Aufschrift „I did it“ ist im Preis dabei. Ich werde es stolz tragen.

Ich kann Bungee Jumping (oder wie es in Neuseeland heißt Bungy Jumping) nur empfehlen. Ich würde sofort wieder springen!

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