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Die meisten Menschen wachsen vermutlich mit der Vorstellung und der Erfahrung auf, dass man belohnt wird, wenn man etwas leistet. Diese Erfahrungen verfestigen sich über Jahre hinweg und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Idee, jedem ohne Gegenleistung etwas zu geben, vielen zuwider ist.
Formulieren wir Bedingungsloses Grundeinkommen mal etwas anders. Jeder Mensch soll menschenwürdig leben können – einfach nur weil er ein Mensch ist.
Artikel für oder wider das bedingungslose Grundeinkommen gibt es einige. Ich möchte einen Film vorstellen, der sich mit diesem Thema beschäftigt und den man zusätzlich auch kostenlos herunterladen kann.
Den Film Grundeinkommen von Daniel Häni und Enno Schmidt kann man auf der Webseite direkt anschauen oder als AVI-Datei oder DVD-Image herunterladen. Ich habe mich für die DVD-Version entschieden, weil der Film mit 100 Minuten Länge keine Kleinigkeit für zwischendurch ist.
Trailer:
Der Film ist in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil gibt einen Überblick über die aktuelle Situation:
- Was ist ein Grundeinkommen?
- Als die Erde rund wurde
- Ich bin skeptisch
- Von der Arbeit – zur Arbeit
- Es geht ganz gut, was alles nicht geht
Der zweite Teil wirft einen Blick in die Zukunft:
- Was heißt Fremdversorgung?
- Die Finanzierung
- Warum haben wir noch kein Grundeinkommen?
Der Film gibt meiner Meinung nach gute Antworten auf viele Fragen die bei dieser Idee aufkommen. Das Problem bei dem ganzen Thema liegt nicht in der Finanzierbarkeit, sondern in der Änderung der Denkweise unserer Gesellschaft. Ein Umdenken ist für einen solchen Paradigmenwechsel einfach notwendig – und leider nicht einfach.
Allein die Überlegung worauf unser derzeitiges System beruht – Wachstum & Produktivität – lässt einem klar werden, dass es so nicht dauerhaft weitergehen kann. Beides ist beschränkt. Wir haben im heutigen Wohlstand eine einzigartige Möglichkeit unsere Zukunft zu ändern. Was passiert wenn wir weitermachen wie bisher können wir aus der Geschichte lernen.
Einen erschreckenden Blick auf einen Teil des heutigen Arbeitsmarkts, wirft die ARD-Reportage Die Armutsindustrie. Hier geht es los mit Teil 1 von 3:
Zum Abschluss ein Zitat von Götz Werner aus einem interessanten Interview, das ich gefunden habe:
Die meisten Menschen tragen seltsamerweise zwei Menschenbilder in sich – eines von sich und eines von den Mitmenschen. In dem ersten, spirituellen Bild ist der Mensch ein mit Vernunft und Freiheit begabtes Wesen. In dem zweiten, materialistischen Bild gleicht der Mensch eher einem Tier, da erscheint er als determiniertes Reizreaktionswesen.
Und wer den Film Grundeinkommen immer noch nicht heruntergeladen hat, sollte dies jetzt tun.
Hallo Florian,
sehr schön, dass Du das Thema aufgreifst.
Ich habe schon vor einiger Zeit davon gehört und mir auch den Film angeschaut. Dieser ist wirklich gut gemacht.
Auch wenn ich nicht daran glaube, dass wir das noch erleben werden, so ist es doch für mich z.Zt. der einzige Weg, um das abzuwenden, was seit jahrtausenden in unserer Gesellschaft immer wieder geschieht:
- die Starken (Reichen) dominieren die Schwachen (Armen)
Ich halte das im höchsten Maße für eine asoziale Art des Miteinanders.
Das bezeichne ich persönlich auch als modernes Sklaventum.
Anstelle, dass die Reichen Verantwortung übernehmen und sich mit ihren Mitteln und Möglichkeiten um die Schwachen kümmern, sondern diese sich immer ab, werden immer reicher und die Armen immer ärmer.
Und das bei dem Potential, was auf unserem Planeten herrscht.
Auf der anderen Seite ist es aber auch hausgemacht:
- durch das Abgeben der Selbstverantwortung, sorgt der Einzelne dafür, dass die Reichen und Mächtigen, die Regeln bestimmen.
Dadurch bestimmen Einzelne, wie alle anderen zu leben haben.
Das Wertvollste am ‘Bedingungslosen Grundeinkommen’ finde ich, dass der Einzelne, ich formuliere es mal so, seine Menschenwürde komplett wiedererlangt, dadurch, dass er ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft ist, ohne sich wieder zu “versklaven”, sprich viel Leistung zu bringen hat, um anerkannt zu werden.
Dass man die Wahl hat, sich selbst verwirklichen zu können, ohne seine Hauptzeit damit zu verbringen ein Dach über dem Kopf zu haben und genug zu essen.
Dass auch eingeschränkte Bürger, z.B. durch eine Behinderung, (chronische) Krankheit, einen vollwertigen Stand in der Gesellschaft haben und sich individuell entwickeln können.
Keine Ahnung, ob wir, die Gesellschaft schon bereit dazu sind.
Es ist auf jeden Fall der Weg in die richtige Richtung.
Gruß,
Niko