Die Volksabstimmung naht – eine Entscheidung

War man zu Beginn des Bekanntwerdens, dass in Ba-Wü eine Volksabstimmung zu Stuttgart 21 statt findet, sehr verwirrt über was man denn abstimmt, gibt es mittlerweile einiges an Informationsmaterial. Nur hilft das bei einer Entscheidung? In meinen bisherigen Gesprächen mit Freunden über dieses Thema kam stets die Aussage “Das Ding soll gebaut werden, weil sonst die versprochenen Arbeitsplätze verloren gehen”. Was ist dran? Und sollte das wirklich Entscheidungsgrund sein?

Ein weiteres Argument ist, dass ja bereits Geld ausgegeben wurde. Und dem Deutschen an sich ist es sehr unangenehm, Geld für etwas auszugeben, wenn man keine Gegenleistung erhält. Auch wenn eine Fortsetzung nicht wirtschaftlich und noch teurer wäre.
Dummerweise sind die Aussagen zum Thema Kosten recht gegensätzlich. Von 824 Mio.€ für die Fortsetzung, aber 1,5 Mrd.€ Vertragsstrafe bei einem Ausstieg auf der einen Seite. Von einer “Kostenlüge” sprechen die anderen.
Auch über die Sinnhaftigkeit wird gestritten und es gibt Argumente für einen Kopfbahnhof (d.h. gegen S21), da dieser leistungsfähiger sei.
Das im Eingang angesprochene Thema Arbeitsplätze ist mittlerweile weder bei Pro noch Contra relevant.

Wahrscheinlich informieren sich die meisten Menschen nicht ausführlich zu diesem Thema und schnappen die knappen Slogans im Radio, in der Kinowerbung oder in Zeitungen auf. Business as usual.

Eines ist klar:

  • JA = Ich will einen Ausstieg. Ob er kommt und wie die Streitereien vor Gericht ausgehen, ist eine andere Frage.
  • NEIN = Ich will keinen Ausstieg. Der Bahnhof wird gebaut.

Die Fragen, die ich mir stelle sind andere:

  • Will ich etwas dagegen tun, dass meine Regierung Massen an Geld ausgibt, ohne das überhaupt anständig zu kommunizieren?
  • Will ich in einem Land leben, in dem Menschen ihre Meinung auf der Straße frei äußern können, ohne dass ihnen Gewalt angetan wird?

Ja.

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